Predige!

Die Freude ist nah
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, was soll ich predigen? – Ja, ob Ihr es glaubt oder nicht, aber diese Frage meine ich ernst. Ihr wisst doch eigentlich alles, was man wissen muss, um ein guter Mensch, ein guter Christenmensch zu sein und die Welt durch unseren Glauben schöner, friedlicher und zukunftssicherer zu machen.

Leute, wir gehen auf Weihnachten zu. Das ist doch Frieden pur. Alle Menschen lieben sich, nehmen sich im goldenen Glanz des Lichtes bei White Christmas in die Arme, vergießen Tränen der Rührung. So suggerieren es zumindest alle Weihnachtsfilme, die man so im Fernsehen sehen kann.

Aber so ist es nicht. Die Welt sieht anders aus. Unter uns leben sehr viele Menschen, die ihr Weihnachtsfest lieber zu Hause als hier feiern würden, in Kiew, Cherson, Charkiw oder Odessa. Aber sie sind hier, mit ihren Kindern und ihre Männer kämpfen an der Front.

Alle zwei Wochen kommt seit einer Weile bei uns in Garmisch-Partenkirchen ein Bus mit etwa fünfzig Flüchtlingen aus der Türkei, Syrien, Afghanistan und anderen Ländern an, so genannte Zwangszuweisungen. Alles Menschen, die dort, wo sie herkommen, nicht leben können, weil sie dort verfolgt oder bedroht werden.

Unsere Welt ist weit davon entfernt weihnachtlich, romantisch in Ordnung zu sein. Und dafür brauchen wir keine Zeitung. Wir müssen nur auf unsere Straßen gehen, um zu sehen, dass Menschen aus aller Welt bei uns sind, die bei uns den Frieden suchen. Und weil das so ist, spüren auch wir das. Denn der Unfrieden in der Welt kann nicht spurlos an uns vorübergehen.

Wer von uns das Tagblatt liest, kann seit Anfang Dezember eine Serie mit Geschichten über Menschen in unserem Ort, in unserem Landkreis lesen, denen es nicht so gut geht. Ja, wenn wir auf das Leid in der Welt blicken, dürfen wir auch das Leid bei uns nicht aus dem Blick verlieren. Seit Anfang Dezember läuft wieder die Weihnachtsaktion des Tagblatts zusammen mit der Bürgerstiftung – bei der ich auch im Stiftungsrat bin. Wir sammeln für Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, weil sie Ihre Stromrechnung nicht bezahlen können. Und in diesem Zusammenhang erzählt die Zeitung immer wieder Geschichten von Menschen unter uns, die in solche Situationen geraten sind. Und das sind mehr als wir denken.

In dieser Zeit muss ich immer wieder an ein kleines Büchlein mit Weihnachtsgeschichten denken, das ich als Kind gelesen habe. Es trägt den Titel „Die Freude ist nah“. Das Buch ist von 1952 und geprägt von den dieser Zeit. Lauter Geschichten von Menschen, die nicht viel haben, die keine großen Geschenke machen können, kein Konsum-Weihnachten, sondern stille Bescheidenheit. Und ich glaube, dass wir heute wieder ganz nah an diesen Geschichten von 1952 sind. Wir dürfen wieder Bescheidenheit lernen, die Freude am Kleinen und die Wertschätzung des Kleinen durch Dankbarkeit.

Und wisst, was mich damals als Kind so sehr an diesen Geschichten fasziniert hat? Ich fand mich selbst irgendwie darin wieder. Wir konnten damals als Familie keine großen Sprünge machen. Meine Eltern mühten sich – wie in diesen Weihnachtsgeschichten – uns die Zeit, das Leben schön zu machen und uns auf einem guten Weg ins Leben zu bringen, damit es uns mal besser ginge. Das ist ihnen gelungen. Sie haben viel in uns drei Geschwister investiert. Und damit meine ich nicht das Geld, sondern das, was sie uns mit auf den Weg gegeben haben. Meine Eltern hatten den Krieg er- und überlebt und sie haben uns so erzogen, dass Frieden für uns das höchste Gut war und ist.

Meine Eltern waren keine politischen Menschen und genau deshalb politisch. Sie haben ihre Energie und ihre Kraft daraus gezogen, dass wir als Kinder ihr Ja zum Leben waren, ihr Ja zu einer lebenswerten Zukunft. Wir waren ihr Trost für ihre verlorene Kindheit und Jugend.

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden. 3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5 denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des Herrn Mund hat’s geredet. 6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! 8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. 9 Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; 10 siehe, da ist Gott der Herr! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. 11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen. Jesaja 40, 1-11

Soweit der Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja. Jetzt wisst Ihr, warum ich eingangs die Frage gestellt habe: „Was soll ich predigen?“

Es ist zuerst einmal der Trost in schweren Zeiten. Auch wenn wir es jetzt kaum glauben möchten, weil wir ja alle trotz unseres Glaubens so gerne Realo-Pessimisten sind, aber die Knechtschaft durch diese Verhältnisse wird ein Ende haben, ein Ende, wenn wir erkennen, dass nichts selbstverständlich ist. Denn wir leben in einer Zeit, die auch eine Folge unseres Glaubens an die Selbstverständlichkeit ist.

Selbstverständlich aber sollte es sein, Gott in unserem Leben, unserer Welt, nicht nur Raum zu geben, sondern ihm auch den Weg zu bereiten. Das heißt, lasst uns von Gott erzählen, als sei es das selbstverständlichste der Welt, um anderen Menschen für ihn die Augen zu öffnen. Wer nicht von Gott erzählt, redet oder gar schwärmt, leugnet ihn.

Ja, deshalb spricht bei Jesaja die Stimme: „Predige!“ das ist ein Befehl, eine Aufforderung. Und schon kommt die klassische Gegenfrage aus Überforderung: „Was soll ich predigen?“

Und was bekommen wir als Antwort? Erst einmal ein Bild der Vergänglichkeit. Alles ist vergänglich wie die Blumen und das Gras auf dem Feld, aber das Wort Gottes bleibt ewiglich. Ja, das ist es doch! Wir klagen immer darüber, dass unsere Kirchenmitglieder immer weniger werden, dass Menschen austreten, dass Menschen sterben und immer weniger zur Kirche kommen. Wusstet Ihr eigentlich, dass in unserer Gemeinde die Austritte nur 16% vom Mitgliederschwund ausmachen, die Wegzüge aber 64%? Ja, unser größtes Problem sind nicht die Menschen, die austreten, sondern die, die wegziehen. Und wer wegzieht, sind die jungen Familien, die sich hier das Wohnen nicht leisten können oder die frischen Rentnerinnen und Rentner, die nicht den Großteil ihrer Rente für die Miete ausgeben wollen. Das nur mal als ein Hinweis am Rande, was uns als Kirchengemeinde das Leben schwer macht. Und wenn Ihr glaubt, dass das in unserer Kirchengemeinde durch Neuzugezogene wieder ausgeglichen wird, habt Ihr Euch getäuscht. Es ist schrecklich, dass es selbstverständlich möglich ist, dass hohe Mieten unser Zusammenleben zerstören. Das ist zwar ein anderes Thema, aber es gehört auch dazu, wenn’s ums Predigen geht.

Also, wenn wir uns darüber beklagen, dass so wenig Menschen zu uns in die Gottesdienste, in die Gemeinde kommen, dann hat das auch etwas mit jedem einzelnen von uns zu tun, denn nicht der Pfarrer ist allein Gemeinde, sondern wir alle gemeinsam. Darum heißt es auch Gemeinde. Also, was macht Ihr, wenn Ihr ein Buch tollfindet oder der Schweinebraten in einer Wirtschaft für Euch der Beste am ganzen Ort ist, ein Theaterstück oder einen Arzt oder Ihr von einem Apotheker begeistert seid, der Euch gute berät? Genau! Ihr empfehlt Ihn weiter. Wann habt Ihr denn zum letzten Mal unsere Gottesdienste weiterempfohlen oder unsere Veranstaltungen oder gar unsere Gemeinde – von Gott ganz zu schweigen?

Was soll ich predigen? – Ja, auch das gehört dazu. Denn nicht allein der Pfarrer predigt, sondern auch Ihr, liebe Geschwister.

Also steigt auf die hohen Berge und erhebt Eure Stimmen mit Macht, erhebt sie und fürchtet Euch nicht. Fürchtet Euch nicht vor der Gegenrede der Andersdenkenden, denn Gott hat Euch zugerufen: Predigt! – Macht Gott in der Steppe der Gottes- und Kirchenferne eine Bahn, denn die Herrlichkeit Gottes soll offenbart werden. Predigt!

Amen.

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Pfarrer Martin Dubberke, Predigt am 3. Adventssonntag, 11. Dezember 2022 über Jesaja 40, 1-11, Perikopenreihe V, in der Markuskirche zu Farchant und der Friedenskirche zu Burgrain

 

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Mehr Texte von Pfr. Martin Dubberke

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 31 - Die Kanzel

Die Kanzel
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Kommt man in eine Kirche fällt einem in der Regel auch gleich die Kanzel auf. Es gibt Kirchen, in denen die Kanzel mehr einem Rednerpult gleicht und es gibt Kanzeln, die erzählen ganze Geschichten und werden selbst zu einer kunstvollen Predigt. Dann gibt es Kanzeln, die leicht erhöht sind oder solche, die in den Hochaltar integriert sind. Das findet man häufig in meiner alten Heimat in den brandenburgischen Dorfkirchen.

ANgeDACHT - Schmerzfrei dank Weisheit

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Wer jetzt denkt, dass es heute unter der Überschrift „Schmerzfrei Dank Weisheit“ von mir Alternative Schmerzmedizin gibt, der irrt. Nein, ich habe keinen Ersatz für Schmerztabletten im Gepäck. In dieser Passionszeit haben wir in der Region Süd unseres Dekanats die Predigtreihe „Schmerzpunkte“. Doch was sind Schmerzpunkte? Schmerzpunkte sind spezifische Probleme, Herausforderungen oder Bedürfnisse, die wir Menschen erleben. Diese können physischer, emotionaler, psychischer, politischer oder sogar wirtschaftlicher Natur sein.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 28 – Der Altar – Tisch des Herrn

Der Altar - Tisch des Herrn
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Die frühe Christenheit kannte noch keinen Altar. Damit hob sie sich von allen anderen Religionen ihrer Zeit ab. Denn im Gegensatz zu allen anderen Religionen der Antike brauchte das Christentum auch keinen Altar, denn Jesus Christus, der am Kreuz gestorben war, war das Opfer, das alle anderen Opfer überflüssig machte. Das Christentum war damit von ihrem Wesen her eine altarlose Religion.

Im Mittelpunkt stand das Zusammenkommen der Gemeinde am ersten Tag der Woche. Das können wir in der Apostelgeschichte 20,7 nachlesen:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 29 – Das Altarkreuz

Das Altarkreuz
Bildrechte Martin Dubberke

Das Kreuz ist wohl das bekannteste Wiedererkennungszeichen des Christentums. Wer ein Kreuz sieht, weiß in aller Regel sofort, worum es geht. Viele Menschen tragen ein Kreuz an eine Kette um den Hals, manche haben es sich auf den Rücken oder den Oberarm tätowieren lassen. Die meisten Menschen tragen das Kreuz als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Kirche, zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 27 - Der Altar - Ausrichtung

Der Altar - Ausrichtung
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Der Altar ist der Mittelpunkt einer jeden Kirche. Und er steht in aller Regel im vorderen Bereich einer Kirche. Er bildet das Zentrum einer Kirche. Alles und alle Blicke laufen auf den Altar zu. Das hat verschiedene Gründe. Menschen haben immer Altäre an Orten errichtet, die sie für heilig gehalten haben, an denen sie Gott für gegenwärtig hielten. Das konnten wir in den vorangegangenen Kapiteln sehen.

Was war in der sechsten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Glaube - Wunder - Schön in Grainau

Als Ralf Tikwe und ich am Mittwoch in Grainau ankamen, habe ich erst einmal die Heizung im Gemeinderaum eingeschaltet, damit es ein wenig wärmer im Raum werden konnte, damit wir am Ende nicht miteinander frieren. Wir stellten uns die Frage, wie viele denn kommen würden. Am Ende kamen zehn Grainauerinnen und Grainauer, um mit Ralf Tikwe, Gottfried von Segnitz und mir ins Gespräch zu kommen und zu hören, was wir Neues erzählen würden.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 26 - Der Altar - Standortbestimmung

Der Altar - Standortbestimmung
Bildrechte Martin Dubberke

Wo steht eigentlich in der Kirche der Altar? Mittendrin, direkt an der Wand oder so, dass man drum herum gehen kann?

Unsere Mesnerin Elisabeth Beer hat mir kürzlich eine sehr schöne Geschichte aus ihrer Heimat erzählt. Dort gab es einen Altar, um den man sich nicht beim Abendmahl herum versammeln konnte, so wie wir es bei uns z.B. in der Johanneskirche können. Also hielten zwei Kirchenälteste ein Tuch, eine Altardecke, die nun den Altar, den Tisch, um den sich die Gemeinde herum versammelt, symbolisieren sollte.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 25 - Der Altar im Neuen Testament

Kirchenausstattung - Der Altar im Neuen Testament
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Der Altar im Neuen Testament hat eine deutlich tiefere symbolische Bedeutung als im Alten Testament. Waren im Alten Testament die Altäre immer physischer Natur, geht es nun über das Physische hinaus. War der Altar ein Ort der Opferung und der Begegnung mit Gott, so wird nun diese Vorstellung durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erfüllt und transformiert.

ANgeDACHT - Du tust mir kund den Weg zum Leben

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Als ich den Monatsspruch für den Februar sehe, denke ich so bei mir: Passt!!!  „Du tust mir kund den Weg zum Leben“ (Psalm 16,11) Ja, so und nicht anders ist es. Die zurückliegenden Tage in unserem Land, in unserer Republik gehen mir nicht aus dem Kopf. Und natürlich denke ich dabei an den 23. Februar. Ein lieber Kollege von mir würde jetzt wahrscheinlich fragen: „Ja, sind die jetzt alle vogelwild geworden?“

War war in der vierten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Dekanatskonferenz

Einmal im Monat treffen sich alle Pfarrerinnen und Pfarrer, alle Diakoninnen und Diakone im Haus der Evangelischen Kirche in Weilheim zur Dekanatskonferenz. Zum einen geht es um inhaltliche Themen, wo immer ein Referent oder eine Referentin kommt und zum anderen gibt es einen Geschäftsteil, in dem eine ganze Menge Dinge geregelt werden müssen, wo es auch um Informationen aus der Landeskirche geht.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 24 - Der Altar im Alten Testament

Altar
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Um sich der Frage, was ein Altar ist und welche Bedeutung er hat, anzunähern, ist es ganz hilfreich, mal ein wenig in der Bibel zu stöbern. Das Thema "Altar" zieht sich durch die gesamte Bibel und hat in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen. Am Beispiel einiger zentraler Stellen wird deutlich, dass der Altar durch die Geschichte hindurch verschiedene Bedeutungen hatte und hat. Einige dieser Stellen möchte ich beispielhaft vorstellen:

Zuerst Genesis 8,20:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 23 - Der Altar

Kirchenausstattung - Altar
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Wer eine Kirche betritt, sieht in aller Regel sofort den Altar. Alles in einer Kirche ist auf den Altar ausgerichtet, der gewissermaßen den Mittelpunkt einer Kirche bildet. Dabei kann der Altar viele Formen haben. In vielen evangelischen Kirchen steht da ein einfacher Tisch, in manchen Kirchen – insbesondere in meiner alten Heimat Berlin-Brandenburg – gibt es Altäre, die mit der Kanzel kombiniert sind. Sprich: Altar und Kanzel bilden eine Einheit. Der Altar hat dann etwas von einem Hochaltar.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 22 - Topf oder Vase

Topf oder Vase
Bildrechte Martin Dubberke

Blumen sind Botschafter. Sie tragen eine Botschaft, die wir heute oft nicht mehr dechiffrieren können. Was sie bedeuten können, haben wir am Beispiel der Rose und der Lilie sehen können. Ebenso konnten wir an diesen beiden Beispielen auch sehen, dass nicht nur die Blume, sondern auch die Farbe der Blume eine Botschaft transportieren kann. Aber was ist nun mit der Frage ob Topf oder Vase?

Was war in der zweiten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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#wasglaubstdu - Manch einer wundert sich vielleicht, dass es immer wieder diese Raute # gibt und dann dahinter Worte ungetrennt geschrieben werden. Also, z.B. #wasglaubstdu – ausgesprochen heißt das „Hashtag Was glaubst Du?“ Wenn man das so im Internet oder den sozialen Medien sucht, findet man mit einem Male eine ganze Menge Texte zum Thema Glaube oder Glaubensbekenntnis oder auch ganz persönliche Glaubensgeschichten. Und so haben wir in dieser Woche im Konfi mal die Frage gestellt: „Was glaubst Du?“

KIRCHENAUSSTATTUNG: FOLGE 21 – DIE LILIE

Die Lilie
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Bei Jesus Sirach 39,14 heißt es: Wie Weihrauch werdet ihr Duft verströmen und aufblühen wie eine Lilie. Erhebt eure Stimme zum Lobgesang und preist den Herrn für all seine Werke.

Für Jesus Sirach ist die Lilie das Symbol für Schönheit, Reinheit und Anmut. Auch an anderen Stellen in der Heiligen Schrift ist die Lilie häufig als Sinnbild für Reinheit und Unschuld zu finden. Jesus selbst erwähnt bei Matthäus die Lilie, um Gottes Fürsorge zum Ausdruck zu bringen und die Schönheit der Schöpfung Gottes hervorzuheben:

Was war in der Woche 1 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Die erste Woche des neuen Jahres liegt nun hinter uns. Am Montag ist Epiphanias und dann beginnt auch schon die Epiphanias-Zeit. Viel ist da bei uns in der Gemeinde noch nicht passiert. Es gab die ersten beiden Beerdigungen des Jahres in dieser Woche und kommende Woche wird es die erste Taufe geben.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 20 - Die Rose

Die Rose
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Wie gesagt: Viele Blumen haben eine Bedeutung. Denken wir nur an Rote Rosen. Sie sind Sinnbild der Liebe. Wem fällt da nicht sofort Goethes Heideröslein ein? Bei der Rose denken wir natürlich auch an die Lutherrose, ein Symbol unserer Konfession. Martin Luther selbst hat sein Wappen, das er 1530 auf der Veste Coburg durch Kurprinz Johann Friedrich erhalten hat, in einem seiner Briefe wie folgt beschrieben:

ANgeDACHT - Prüft alles und behaltet das Gute!

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

So hat es der Apostel Paulus seinen Thessalonichern ins Stammbuch geschrieben. Und die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen hat vor vier Jahren den 1. Thessalonicher 5,21 als Jahreslosung für das Jahr 2025 ausgesucht. Gott, wie lange sind diese vier Jahre her? Wer erinnert sich noch an die Zeit, die gefühlt so lange vor dem Krieg in der Ukraine und der großen Fluchtbewegung war? Ja, vor vier Jahren haben wir uns noch mit dem Thema Corona auseinandergesetzt. Tja, und heute?

Was war in der Woche 52 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Was war das für eine Woche? Unsere Kirchen waren voll bis unters Dach. Ja, es war wieder Heiligabend und die Menschen strömten in unsere Gottesdienste und das war auch gut so. Es war uns gelungen, mit Hilfe von Kolleginnen und Kollegen, am Heiligen Abend an allen Orten Gottesdienste zu feiern. Hier geht ein besonderer Dank auch an Pfrn. Elke Schnabel und Pfr. i.R. Uli Seegenschmiedt. Und es war für alle Beteiligten wieder ein großer Kraftakt.

Was war in der Woche 51 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Einführung

Am Sonntag wurde Diakon Ralf J. Tikwe durch den Dekan in sein Amt eingeführt. Es war ein festlicher Gottesdienst, in dem Dekan Hammerbacher auch gepredigt hat. Es ging um die Hoffnung, aber auch um die Herausforderungen, vor die unsere Kirche und insbesondere auch unsere Gemeinde gestellt ist. Dekan Hammerbacher hob hervor, dass wir in schwierigen Zeiten leben und hob dann jeden einzelnen aus dem Team hervor, der seinen Beitrag in dieser Gemeinde leistet. Neben der Hoffnung stand auch das Thema Gnade mit im Mittelpunkt dieses Gottesdienstes.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 18 – Noch mehr Kerzen - Eine für jede Lebenslage

Noch mehr Kerzen
Bildrechte Martin Dubberke

Es gibt noch weitere Kerzentraditionen. So haben wir z.B. auch Kerzentische, auf denen wir mit einem Gebet verbunden, eine Kerze anzünden. Kürzlich bat mich ein katholischer Freund, ob ich nicht für ihn beten könnte und da ich gerade in der Nähe einer katholischen Kirche war, betrat ich sie und zündete für ihn eine Kerze an, fotografierte sie und schicke sie ihm, damit er wusste, dass ich für ihn gebetet habe. Als er das Bild mit der Kerze bekam, schrieb er mir zurück: „Ein bisschen katholisch bist Du schon…“ – Bin ich das wirklich?

Was war in der Woche 50 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Kirchenvorstand - Konstituierende Sitzung

Der wohl wichtigste Termin in dieser Woche war am Dienstag die konstituierende Sitzung unseres neuen Kirchenvorstands. Neben all den Regularien, die zu so einer Sitzung gehören, haben wir in dieser Sitzung auch zwei weitere Mitglieder berufen. Sie erinnern sich, dass wir acht Mitglieder des Kirchenvorstands gewählt haben und zwei berufen werden. So haben wir in dieser Sitzung Karin Rupprecht und Walter Heiligenstetter berufen. Sie sitzen damit mit Sitz und Stimme im Kirchenvorstand.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 17 – Kerzen - Die Orientierungslichter unseres Lebens

Kerzen - Die Orientierungslichter unseres Lebens
Bildrechte Martin Dubberke

Als ich kürzlich in Meran in der Kirche St. Nikolaus war, habe ich 26 Altarkerzen gezählt. Es war ein großartiger Altar, der wir ein Marienmantel angelegt war. Bei uns in der Johanneskirche sind wir dahingegen etwas bescheidener. Hier stehen zwei Altarkerzen auf dem Altar. Aber welche Bedeutung haben eigentlich diese Kerzen? Sollen sie einfach nur eine schöne Stimmung machen? Sollen sie zum Nachdenken und Meditieren einladen? Sollen sie bei uns eine festliche Atmosphäre auslösen? Naja, mit zwei Kerzen wäre das wohl eher ein Candlelight-Dinner.

Was war in der Woche 49 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

EINFÜHRUNG – EIN BEWEGENDER MOMENT

Der Erste Advent, unser Kirchenneujahr war in diesem Jahr auch durch die Entpflichtung des alten Kirchenvorstands und die Verpflichtung des neuen Kirchenvorstands geprägt. Von denen, die aus dem Kirchenvorstand ausgeschieden sind, sind manche fast dreißig Jahre dabei gewesen. Zum Abschied nahm Pfr. Martin Dubberke noch einmal alle in den Arm. Es war ein emotionaler und bewegender Moment. Eine Ära ging zu Ende. Gleichzeitig ist der neue Kirchenvorstand deutlich jünger geworden. Am 10.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 15 – Alles in Farbe – Schwarz

Alles in Farbe - Schwarz
Bildrechte Martin Dubberke

Als ich mir kürzlich ein neues Collarhemd gekauft habe, habe ich mir auch endlich eine schwarze Stola zugelegt. Damit habe ich nun alle liturgischen Farben. Schwarz ist – glaube ich – die einzige liturgische Farbe, die für sich selbst spricht und auch von allen erkannt wird, die nicht wissen, dass es liturgische Farben gibt. Es ist die Farbe der Trauer. Aber Schwarz gehört nicht zu den Hauptfarben in der Evangelischen Kirche. Das sind Violett, Weiß, Rot und Grün. Schwarz ist eine sogenannte liturgische Nebenfarbe.

Was war in der Woche 48 wichtig?

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Umweltausschuss und Blühpakt

Am Dienstag dieser Woche hatte sich der Umweltausschuss zu einem Ortstermin im Kirchhof der Johanneskirche verabredet. Mit dazu kam auch Förster Joachim Mark um den Umweltausschuss zu beraten. Im Mittelpunkt stand die Vorbereitung zur Teilnahme an einer neuen Runde des Blühpaktes und damit die Frage, wie man auf unseren Grundstücken noch mehr tun kann, damit Bienen und andere Insekten gute Lebensmöglichkeiten haben.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 14 – Alles in Farbe – Weiß – Farbe der Orientierung

Weiß - Farbe der Orientierung
Bildrechte Martin Dubberke

Am Ewigkeits- oder Totensonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres ist die liturgische Farbe Weiß. Aber warum ist nicht eigentlich Violett, die Farbe der Passion, des Schmerzes und des Leidens die liturgische Farbe an diesem Tag? Tod und Ewigkeit - das bedeutet doch eigentlich Abschied und Trauer.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 13 – Alles in Farbe – Violett

Alles in Farbe - Violett
Bildrechte Martin Dubberke

Nur noch wenige Sonntage und wir befinden uns in der Adventszeit. Alle Welt denkt, dass in der Adventszeit Rot die liturgische Farbe der Wahl ist. Die roten Kerzen am Adventskranz suggerieren uns das zumindest. In unserer Farchanter Markuskirche hat das Mesnerteam allerdings schon lange erkannt, dass es sich hierbei nicht um die richtige Farbe handelt. Daher organisieren Sie für den Adventskranz immer violette Kerzen. Sieht ungewohnt aus, ist aber liturgisch vollkommen korrekt, denn die Adventszeit ist Fasten- und Bußzeit, so wie auch die Passionszeit vor Ostern.

Kalenderwoche 45 - Ein kleiner Wochenrückblick

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

In dieser Woche fand natürlich eine ganze Menge statt: Kircheneintritt, Dienstbesprechung, Konfi und am Sonnabend noch ein Konzert, aber die wichtigste Veranstaltung in dieser Woche war „Glaube - Wunder - Schön“, zu der wir alle eingeladen hatten, die in Garmisch leben und damit zum Einzugsbereich der Christuskirche gehören. Nach Zeiten von Corona, Heizungsmisere und Umbau wollen wir diesen wichtigen Ort in unserer Gemeinde wieder mit Leben füllen. Der Ort soll mit seiner Vielseitigkeit zu einem spirituellem Zentrum unserer Gemeinde werden.

ANgeDACHT - Optimismus versus Resignation

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Das mit der Gerechtigkeit ist ja so eine Sache. Es gibt so viele Gerechtigkeiten, weil jeder glaubt zu wissen, was gerecht ist. Und weil das so ist, gibt es auch ganz viel Ungerechtigkeit und Unfrieden in unserer Welt. Wie hoffnungsfroh stimmt mich da der Monatsspruch für den November:

Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt. 2. Petrus 1,13

Kalenderwoche KW 44 - Ein kleiner Wochenrückblick

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Herbstferien

Wir haben einen goldenen Herbst. Es sind Ferien, das Laub hat sich wunderbar Gold und Rot gefärbt, das wunderbare Herbstsonnenlicht lädt dazu ein, sich noch einmal in einem Straßencafé mit jemandem auf eine Tasse Kaffee zu treffen oder ein Seelsorgegespräch beim Spazierengehen zu führen und dabei noch einmal nicht nur gute Gedanken, sondern auch das wichtige Vitamin D zu tankendem gut über den Winter zu kommen.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 11 – Alles in Farbe – Grün

Alles in Farbe - Grün
Bildrechte Martin Dubberke

Im Augenblick trage ich eine grüne Stola. Eigentlich ist die meiste Zeit im Jahr grün. Die Zeit zwischen Sonntag Septuagesimä und Estomihi also die Vorpassionszeit und die Trinitatiszeit – sprich:  die ganzen Sonntage ab Trinitatis bis zum Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres – sind grün. In dieser Zeit hängen am Altar und der Kanzel grüne Antependien. Und wer eine Stola trägt, legt sich eine grüne Stola um.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 10 - Alles in Farbe - die liturgischen Farben

Alles in Farbe
Bildrechte Martin Dubberke

Die Kirche ist bunt, so bunt wie das Leben. Für alles gibt es eine Farbe. So wie es auch im Leben oder der Werbung Farben für bestimmte Situationen gibt. So denken wir bei Rot sofort an die Liebe. Blau finden wir oft bei Versicherungen oder bei koffeinfreiem Kaffee oder alkoholfreiem Bier. Blau steht auch für Vertrauen. Oder Gelb – da fällt einem sofort die Post ein. Und bei Magenta hören wir sogar eine bestimmte Tonfolge.

Kalenderwoche 41 - Der kleine Wochenrückblick

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

DANKE

Am Erntedankfest haben viele Menschen in unserer Gemeinde zum Gelingen beigetragen. Das ist Gemeinde. Euch allen sage ich, sagen wir herzlichen Dank und Vergelt’s Gott zu. Dieses Erntedankfest war auch ein wenig Erntedank für alle bisherigen Mitglieder des Kirchenvorstands, die in den vergangenen sechs Jahren sich für die Zukunft unserer Gemeinde engagiert haben. Nun stehen die Wahlen vor der Tür. Wir freuen uns, dass wir einen guten Mix aus erneut Kandidierenden und neuen Gesichtern haben.

ANgeDACHT - Ich kann nicht klagen

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Der Klassiker: Zwei Menschen begegnen einander. Fragt der eine den anderen: „Na, wie geht es Dir?“ Und der andere antwortet: „Ach, ich kann nicht klagen.“

Schon allein das „Ach“ ist doch verräterisch. Wer nicht klagen kann beginnt seinen Satz nicht mit einem „Ach!“ Und wenn er dann noch sagt, dass er nicht klagen kann, dann ist doch damit auch alles Nachfragen sinnlos, oder?

KALENDERWOCHE 40 – EIN KLEINER WOCHENRÜCKBLICK

Rund um die Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

FEUERLÖSCHEN & REANIMATION

Am Montag ging es für uns Pfarrer nach Herzogsägmühle. Die Dekanatskonferenz stand mal wieder im Kalender. Alle vier Wochen kommen die Pfarrerinnen und Pfarrer, die Diakoninnen und Diakone zur Dekanatskonferenz zusammen. Da gibt es immer einen inhaltlichen Teil und einen sogenannten Geschäftsteil. Dieses Mal hatte die Notfallseelsorge den inhaltlichen Teil vorbereitet. Auf dem Programm standen Feuerlöschen und Reanimation. Also, eigentlich alles, was wir Pfarrerinnen und Pfarrer tagtäglich machen müssen.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 9 - Die Abendmahlstücher - leider viel zu wenig im Blick

Die Abendmahlstücher
Bildrechte Martin Dubberke

Im Rahmen der Paramentik spielen auch die Abendmahlstücher eine wichtige Rolle. Sie werden von der Gemeinde in der Regel aber nicht als Teil der Paramentik wahrgenommen. Wer in einen evangelischen Abendmahlsgottesdienst kommt, kann immer sofort erkennen, dass es sich um einen solchen handelt, weil das Abendmahlsgeschirr, Kelch und Patene vorbereitet auf dem Altar auf einem Tuch stehen und von Tüchern verdeckt sind. Es gibt insgesamt vier Abendmahlstücher: Das Corporale, das Purificatorium, die Palla und das Velum.